Götz Friedrich Preis 2025/26
Deutsche Oper Berlin Pressemitteilung:
"Der Götz-Friedrich-Preis für die Spielzeit 2025/2026 geht an Giulia Giammona für ihre Inszenierung von Paul Hindemiths Cardillac am Staatstheater Meiningen und an Elena Maria Artisi für Donizettis Lucia di Lammermoor am Theater Altenburg Gera. Angesichts zweier gleichermaßen überzeugender Produktionen hat sich die Jury in diesem Jahr erstmals dafür entschieden, zwei Preisträgerinnen zu küren. Die Verleihung findet am 19. November 2026 in der Deutschen Oper Berlin statt."
Artikel von Susanne Ehrlich im Weserkurier:
"Elena Maria Artisi bekommt den Götz-Friedrich-Preis. Warum die Deutsche Oper Berlin die junge Frau aus Verden für die begehrte Auszeichnung ausgewählt hat."
Pressemitteilung Theater Altenburg Gera von Susanne Streicher:
[...] „Mir war es ein Herzensanliegen, Lucias vermeintlichen Wahnsinn als das zu zeigen, was er ist: die ehrliche und mutige Rebellion einer Lichtgestalt gegen ein zutiefst gewaltvolles System, das Frauen isoliert und zum Schweigen bringt. Dass diese Grundidee so wunderbar aufgegangen ist, habe ich dem wunderbaren Ensemble und der kreativen Zusammenarbeit mit ihnen zu verdanken. Auch die Teamarbeit mit meiner Bühnenbildnerin Mirjam Miller und das große Vertrauen, das mir vom Haus entgegengebracht wurde, haben diese Arbeit sehr beflügelt. Es ist schön zu sehen, dass Musiktheater sich dringlichen, aktuellen gesellschaftlichen Themen nicht verschließt, sondern davon profitiert,“ so Elena Maria Artisi.
Auch Generalintendant Kay Kuntze gratuliert der Regisseurin: „Wir freuen uns mit Elena Maria Artisi, dass ihre allererste Regiearbeit eines abendfüllenden Stückes gleich mit einem so schönen Preis ausgezeichnet wird -und das absolut verdientermaßen. Denn es ist ihr mit ‚Lucia di Lammermoor’ gelungen, ein klares thematisches Anliegen zu einem konsistenten Konzept zu verdichten und das mit einer ganz eigenen inszenatorischen Handschrift konsequent umzusetzen. Ein herzlicher Glückwunsch geht auch an die ebenfalls ausgezeichnete Produktion nach Meiningen. Das zwei Thüringer Theater den Preis teilen ist ein starkes Signal dafür, dass junge Talente in Thüringen Vertrauen und hervorragende künstlerische Entwicklungsmöglichkeiten finden können.“
Lucia di Lammermoor
Theater Altenburg Gera 2025
"Mut zur Zuspitzung. Der Premierenjubel galt auch dem Mut, Donizettis Belcanto-Oper auf diese Weise zu deuten. Der Weg zahlt sich aus: In zweieinhalb Stunden Spieldauer gibt es keine einzige langweilige Minute. Die Handlung wird zum Krimi, der auch vor Elementen wie Slow Motion, Gangsterbraut-Kostümen oder gezielter Rührseligkeit nicht zurückscheut.[...] Artisi, die sich im Studium auch mit Opernparodien beschäftigt hat, setzt dies mit Witz und Geschick ein."
"Die Premiere der Neuinszenierung von Gaetano Donizettis Meisteroper "Lucia di Lammermoor" in einer feministischen Lesart durch die in Wien studierende Regisseurin Elena Maria Artisi, musikalisch betreut von Thomas Wicklein, versetzte ein ausverkauftes Theater in Hochstimmung. [...] Am Ende Begeisterung, , Jubel, Standing Ovations, und ein lang anhaltender Schlussapplaus ohne ein einziges Buh."
"Fazit. Eine mutige, konsequent feministische Lesart von Donizettis "Lucia di Lammermoor", die musikalisch glänzend getragen und theatralisch überzeugend umgesetzt wurde - spannend, berührend, verstörend."
"[...] machtpolitische Motive sowie kaum zu glaubende seelische Verirrungen.[...] Beides kommt heutzutage noch vor. Vielleicht sogar mehr denn je. Dieser Sichtweise wird in der begeistert aufgenommenen Inszenierung durch kluge Zuspitzung und behutsame Eingriffe Rechnung getragen."
Verstand verloren, Premiere geglückt: Geschichte einer erzwungenen Heirat begeistert in Gera. Am Theater Altenburg Gera hat Gaetano Donizettis „Lucia di Lammermoor“ Premiere. Dessen Kritik an den Zuständen der Gesellschaft zieht sich ins Hier und Jetzt.
"Es war ein ungemein eindrucksvoller und in nahezu allen Belangen überzeugender Opernabend. Der Jubel des Publikums galt gleichermaßen dem jungen Regieteam. Regie begeistert, wenn sie dem Stück dient unf nicht dem eigenen eitlen Ego!"
"Die Regisseurin Elena Maria Artisi erzählt die Geschichte konsequent und packend aus der Sichtweise der Titelheldin. [...] Die Regisseurin zeigt sehr deutlich, wie eine junge, durchaus selbstbewusste Frau, von ihren Mitmenschen verbogen, traumatisiert wird."
"Hier wird nichts beschönigt! Aber es wird auch nichts beschädigt, was dem Text oder gar der Musik widerspräche! Überhaupt gelingt es Elena Maria Artisi und Mirjam Miller mit einer verblüffenden Genauigkeit, die Personen und ihr Milieu zu beschreiben. Dass wir es hier mit einem Werk der Romantik zu tun haben, wird nicht in Frage gestellt. Dass bestimmte Vorgänge auch heute noch auf der "Tagesordnung" stehen wird aber auch nicht verschwiegen. [...] Für mich ist das eine durchweg überzeugende Lesart, für die es kein Aber gibt!"